Das Wichtigste in Kürze

  • „Nicht sicher“ in der Adresszeile: keine verschlüsselte Verbindung. Abhilfe: HTTPS und eine Weiterleitung von http auf https.
  • Ganzseitige Warnung: meist ein Zertifikat, das abgelaufen ist, nicht zum Namen passt oder dem der Browser nicht vertraut.
  • Die Ursache kann auch beim Besucher liegen, etwa eine falsch gestellte Uhr oder ein WLAN mit Anmeldeseite.
  • Zertifikate laufen künftig schneller ab: Die Höchstlaufzeit sinkt schrittweise von 398 auf 47 Tage. Ohne automatische Erneuerung geht es nicht mehr.

Drei Warnungen, drei Bedeutungen

Die Chrome-Hilfe unterscheidet die Symbole in der Adresszeile. Für Ihre Website heißt das:

Was der Besucher siehtBedeutungWas zu tun ist
„Nicht sicher“ neben der AdresseDie Seite nutzt keine private Verbindung, meist fehlt HTTPS.HTTPS einrichten und http dauerhaft auf https weiterleiten.
Ganzseitige Warnung, z. B. „Ihre Verbindung ist nicht privat“Die verschlüsselte Verbindung konnte nicht sicher aufgebaut werden, häufig wegen des Zertifikats.Fehlercode lesen (siehe nächster Abschnitt) und das Zertifikat prüfen lassen.
„Schädlich“ oder rote WarnseiteGoogle Safe Browsing stuft die Seite als gefährlich ein.Wie bei einem Hack vorgehen: Website gehackt.

Die drei häufigsten Zertifikatsfehler

Klicken Besucher auf die Warnung, zeigt Chrome einen Fehlercode. Die Bedeutung steht in der Fehlerliste des Chromium-Projekts, auf dem Chrome aufbaut:

FehlercodeBedeutungTypische Ursache bei kleinen Websites
NET::ERR_CERT_DATE_INVALIDDas Zertifikat ist nach der Uhr des Geräts abgelaufen oder noch nicht gültig.Die automatische Erneuerung ist gescheitert; seltener ist die Uhr des Besuchers falsch gestellt.
NET::ERR_CERT_COMMON_NAME_INVALIDDas Zertifikat gilt nicht für den aufgerufenen Namen.Das Zertifikat deckt nur www.ihre-domain.de ab, nicht ihre-domain.de, oder umgekehrt. Auch WLANs mit Anmeldeseite lösen diesen Fehler aus.
NET::ERR_CERT_AUTHORITY_INVALIDDas Zertifikat ist von einer Stelle signiert, der der Browser nicht vertraut.Ein selbst ausgestelltes Zertifikat oder eine falsch eingerichtete Zertifikatskette.

So finden Sie heraus, wo der Fehler liegt

  • Mit einem zweiten Gerät im Mobilfunknetz aufrufen. Tritt der Fehler nur in einem WLAN oder auf einem Gerät auf, liegt die Ursache dort, etwa an einer falschen Uhrzeit.
  • Beide Adressvarianten testen: mit und ohne www, jeweils mit https://. Beide brauchen ein gültiges Zertifikat, auch wenn eine davon nur weiterleitet.
  • Auf das Symbol links neben der Adresse klicken und die Zertifikatsdetails öffnen: Dort stehen Aussteller und Ablaufdatum.
  • http://ihre-domain.de aufrufen: Landen Sie in einem Schritt auf der https-Adresse? Wie das richtig eingerichtet wird, steht im Ratgeber Weiterleitungen und canonical.
  • Den Hoster fragen, ob die Erneuerung automatisch läuft und wer bei einem Fehlschlag benachrichtigt wird.

Schloss da, aber Teile der Seite fehlen

Lädt eine HTTPS-Seite einzelne Dateien noch über http, spricht man von gemischten Inhalten. Laut MDN stellen Browser Bilder, Audio und Video automatisch auf HTTPS um und blockieren alle anderen unsicheren Anfragen, etwa Skripte und Stylesheets. Die Folge ist keine Warnung, sondern eine Seite, der plötzlich Menü, Formular oder Gestaltung fehlen. Die Entwicklerkonsole des Browsers (Taste F12) nennt die betroffenen Dateien. Abhilfe: alle Adressen in Inhalten und Vorlagen auf https umstellen.

Zertifikate laufen immer schneller ab

Das CA/Browser Forum, in dem Zertifizierungsstellen und Browserhersteller die Regeln festlegen, hat 2025 beschlossen, die Höchstlaufzeit von Zertifikaten schrittweise von 398 auf 47 Tage zu senken, beginnend im März 2026 und abgeschlossen im März 2029. Wer Zertifikate von Hand verlängert, muss das also immer öfter tun.

Gleichzeitig verschickt Let’s Encrypt, die größte kostenlose Zertifizierungsstelle, laut eigener Ankündigung seit Juni 2025 keine Erinnerungsmails vor dem Ablauf mehr. Verlassen Sie sich deshalb auf eine automatische Erneuerung und lassen Sie zusätzlich von außen prüfen, ob das Zertifikat bald abläuft.

Was der Sicherheits-Check dazu prüft

Der Sicherheits-Check prüft, ob HTTPS aktiv ist und http dauerhaft weiterleitet, ob das Zertifikat gültig ist und wann es abläuft (Warnung unter 14 Tagen), ob auch die zweite Adressvariante mit oder ohne www ein gültiges Zertifikat hat und ob Seiten unverschlüsselte Inhalte laden. Was er nicht sieht: Fehler, die nur in einem bestimmten Netz oder auf einem bestimmten Gerät auftreten. Mehr zu HSTS und den übrigen Schutzeinstellungen steht im Ratgeber HTTPS und Security-Header.

Häufige Fragen

Liegt der Fehler bei mir oder bei der Website?

Testen Sie mit einem zweiten Gerät im Mobilfunknetz. Tritt die Warnung dort auch auf, liegt es meist an der Website. Sonst prüfen Sie Uhrzeit und Netzwerk Ihres Geräts.

Warum erscheint die Warnung nur ohne www?

Weil das Zertifikat nur für die Adresse mit www ausgestellt ist. Beide Varianten brauchen ein gültiges Zertifikat, auch wenn eine nur weiterleitet.

Gilt ein Zertifikat für alle Unterseiten?

Ja. Ein Zertifikat gilt für den Namen, etwa www.ihre-domain.de, und damit für alle Seiten darunter. Unterdomänen wie shop.ihre-domain.de müssen eigens im Zertifikat stehen oder über ein Wildcard-Zertifikat abgedeckt sein.

Muss ich das Zertifikat selbst verlängern?

Bei den meisten Hostern läuft die Erneuerung automatisch. Fragen Sie nach, wer benachrichtigt wird, wenn sie scheitert, und lassen Sie das Ablaufdatum regelmäßig prüfen.

Quellen

  1. Chrome-Hilfe: Prüfen, ob die Verbindung zu einer Website sicher ist abgerufen am 22.10.2026
  2. Chromium: Liste der Netzwerk-Fehlercodes (net_error_list.h) abgerufen am 22.10.2026
  3. MDN: Mixed content abgerufen am 22.10.2026
  4. CA/Browser Forum: Ballot SC-081v3 (kürzere Laufzeiten für Zertifikate) abgerufen am 22.10.2026
  5. Let’s Encrypt: Ending Expiration Emails abgerufen am 22.10.2026

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