Das Wichtigste in Kürze

  • Sichtbare Warnzeichen: Platzhaltertext, Fehler am Handy, tote Links, kein klarer Kontaktweg.
  • Unsichtbare Warnzeichen: überall derselbe Seitentitel, fehlendes HTTPS, alte Software, riesige Bilder.
  • Google misst KI-Inhalte an denselben Regeln wie andere; viele Seiten ohne Mehrwert automatisch zu erzeugen, kann gegen die Spam-Richtlinien verstoßen.
  • Gefälschte Kundenbewertungen sind nach dem UWG unlauter.

Zwölf Warnzeichen, die Sie selbst prüfen können

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde, ein Handy und einen Computer. Jedes Zeichen allein ist kein Urteil; kommen mehrere zusammen, lohnt ein genauer Blick.

WarnzeichenSo prüfen Sie esPassender Check
Blindtext aus der Vorlage oder erfundene BeispieladressenAlle Seiten einmal überfliegenSEO-Check
Seitliches Wischen oder winzige Schrift am HandySeite auf dem eigenen Handy öffnenTeilweise: SEO-Check (Viewport) und Ladezeit-Messung am Handy
Lange Ladezeit am HandyIm Mobilfunknetz aufrufen, PageSpeed messenLadezeit-Check
Links ins Leere oder FehlerseitenMenü und Fußbereich durchklickenSEO-Check
Derselbe Seitentitel auf allen SeitenMehrere Seiten in Tabs öffnen und die Tab-Titel vergleichenSEO-Check
„Nicht sicher“ in der AdresszeileMit http:// aufrufen und beobachten, ob umgeleitet wirdSicherheits-Check
Telefonnummer nicht anklickbar oder schwer zu findenAm Handy versuchen anzurufenKontakt-Check
Impressum fehlt oder ist unvollständigFußbereich prüfenDSGVO-Check
Bilder ohne Alt-Text oder mit mehreren MegabyteBild in neuem Tab öffnen und Größe ansehenBarrierefreiheits-Check
Sichtbare CMS-Version oder veraltete BibliothekenQuelltext nach „generator“ durchsuchenSicherheits-Check
Austauschbare Texte ohne Ort, Preisrahmen oder AnsprechpartnerText lesen und fragen: Könnte das jeder Betrieb schreiben?Nicht automatisch prüfbar
Kontaktformular ohne Bestätigung oder ohne ankommende MailEine Testanfrage schickenNicht automatisch prüfbar

Sieht die Seite nach Vorlage oder KI aus?

Viele Besucher spüren schnell, wenn eine Seite austauschbar wirkt: allgemeine Sätze, die auf jeden Betrieb passen, Bilder, die erkennbar nicht aus Ihrem Betrieb stammen, Abschnitte nach immer demselben Muster, keine Namen, keine echten Projekte, Versprechen ohne Beleg. Ob ein Text von einem Menschen oder mit KI-Hilfe geschrieben wurde, lässt sich von außen nicht sicher feststellen, und es ist auch nicht die entscheidende Frage.

Google bewertet nach seinem Leitfaden zu KI-Inhalten Inhalte unabhängig davon, wie sie entstanden sind. Wer aber mit KI oder ähnlichen Werkzeugen viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer erzeugt, kann gegen die Spam-Richtlinien verstoßen. Google rät außerdem, KI-Texte vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit zu prüfen, weil die Modelle keine Fakten nachschlagen.

Drei Fragen aus Googles Selbsttest

Googles Anleitung für hilfreiche Inhalte fragt unter anderem: Ist für Besucher erkennbar, wer den Inhalt geschrieben hat? Bietet er eigene Informationen oder eigene Einschätzungen? Wirkt er sorgfältig oder hastig erstellt? Für eine Firmenwebsite heißt das: echte Fotos, echte Projekte, ein Gesicht, konkrete Angaben zu Ort, Ablauf und Preisrahmen.

Vertrauen: Bewertungen und Referenzen

Bewertungen und Referenzen wirken nur, wenn sie echt sind. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb nennt im Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG unter Nr. 23c die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen von Verbrauchern zur Verkaufsförderung als stets unzulässig. Nach Nr. 23b dürfen Sie auch nicht behaupten, Bewertungen stammten von echten Kunden, ohne angemessene Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen zu haben. Zeigen Sie Bewertungen deshalb mit Quelle, etwa mit Link zu Ihrem Google-Profil, und Referenzen nur mit Zustimmung der Kunden.

Unter der Haube: was ein Laie schwer sieht

Manche Mängel sieht man der Seite nicht an: Seiten, die für Google gesperrt sind, fehlende strukturierte Daten, fehlende Sicherheits-Header, veraltete Plugins. Die Ratgeber SEO für kleine Firmen, veraltete Plugins und CMS und HTTPS und Security-Header erklären, worauf es dort ankommt.

Überarbeiten oder neu bauen?

Nicht jede schwache Seite muss neu gebaut werden. Liegen die Mängel vor allem bei Texten, Bildern und Kontaktwegen, reicht oft eine Überarbeitung. Ist dagegen das System veraltet, hängt die Seite an Plugins ohne Updates oder ist sie am Handy grundsätzlich kaputt, kann ein Neubau günstiger sein. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber der Webagentur Scherzinger Website überarbeiten oder neu bauen?.

So hilft der Website-Check

Zehn der zwölf Warnzeichen prüft der Website-Check ganz oder teilweise automatisch, kostenlos und in ein bis zwei Minuten. Ob Ihre Texte austauschbar wirken und ob Ihr Formular wirklich ankommt, prüfen Sie selbst. Wie Besucher aus der Seite Anfragen machen, vertieft der Ratgeber Mehr Anfragen über die Website.

Häufige Fragen

Ist eine Website aus dem Baukasten automatisch schlecht?

Nein. Entscheidend sind Inhalte, Ladezeit, Kontaktwege und saubere Grundlagen. Auch mit einem Baukasten lassen sich die meisten Warnzeichen vermeiden.

Straft Google Texte ab, die mit KI geschrieben wurden?

Google bewertet Inhalte nach denselben Regeln, egal wie sie entstanden sind. Problematisch sind viele Seiten ohne Mehrwert und ungeprüfte Fehler.

Kann der Check erkennen, ob eine Seite mit KI gebaut wurde?

Nein, und das ist auch nicht sein Ziel. Er prüft technische und inhaltliche Merkmale wie Platzhaltertext, doppelte Titel oder fehlende Kontaktwege.

Quellen

  1. Google Search Central: Leitfaden zu KI-generierten Inhalten abgerufen am 22.10.2026
  2. Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen abgerufen am 22.10.2026
  3. UWG, Anhang zu § 3 Abs. 3 (Nr. 23b und 23c) abgerufen am 22.10.2026

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